

Jakob und ich sitzen im Büro am PC,
wir beiden arbeiten in aller Stille,
Jakob lehnt sich zurück und guckt in die Ferne unseres Arbeitsplatztes
und sagt;
“Judith!” (total begeistert)”Heute werde ich mir was richtig Geiles kaufen”
(ich denke mir so; ja vielleicht Schuhe oder so), und er, voller Begeisterung:
“Nen Sojapudding!”…ach ja^^

das Syonym ‘pflanzlich’ weniger fragende Blicke aufruft und das Leben oftmals vereinfacht [„vegan? Ja es ich sag doch es ist ohne
Fleisch.“-.-]
- vegan-sein in der Gruppe sehr viel leichter ist
- Aufstriche machen billiger ist, zu zweit mehr Spaß macht und länger hält
- man irgendwann über vegane Witze lachen kann
[- Ich bin Veganer.
- Was heißt das?
- Ich esse keine Eier und Milchprodukte.
- Hm, und wie panierst du dann dein Kalbsschnitzel?]
- veganer Kuchen super schmeckt und man den Teig naschen kann ohne Angst vor Salmonellen zu haben
- man in der Tat gesünder lebt – einfach weil Nutella und Co. wegfallen
- man sich keine Fehler erlauben sollte, wenn man sein Essverhalten im Internet dokumenteiert (denn alle Zeugen meiner Niederlage drängen mich folgendes zu veröffentlichen: ja, ich hab Milchreis gegessen, einmal…)
- Veganer sind auch nur Menschen
Die erste Woche veganes Leben ist vorbei. Ich sitze zu Hause bei meinen lieben Eltern und mache bisschen Urlaub.
Kurzer Rückblick: Ich geh mit Mutti einkaufen und brauche 20 Minuten um vegane Chips zu finden, während meine Mutter in der selben Zeit den ganzen Einkaufskorb voll kriegt. Vorher standen wir übrigens 10 Minuten beim Bäcker, der erst mal telefonisch rausfinden musste, welches Brot vegan ist (also nix mit “kann Spuren von Milch enthalten”!). Nachdem ich weitere 10 Minuten verzweifelt und schweißüberströmt durch den Laden hetzte – auf der Suche nach diesen tollen veganen Aufstrichen – ruft mich meine Mutter plötzlich und drückt mir ein winziges Glas in die Hand (”Vegetarischer Brotaufstrich mit Sonnenblumenkernen Italiano” – zufällig auch vegan). Der einzige vegane Aufstrich in der ganzen Kaufhalle – so ein Saftladen!
Mein Vater sitzt mir jetzt am Küchentisch gegenüber und sucht immer wieder nach neuen Möglichkeiten mich zu provozieren und zu quälen. Er hat eine riesige Milka-Schokolade aufgemacht, isst genüsslich und schiebt sie mir dann vor die Nase. Aber anscheinend hat er inzwischen ein schlechtes Gewissen (und Hunger) gekriegt und kocht jetzt Tofu-Gemüse-Pfanne mit Asia-Nudeln. Boa lecker! Ich kann es kaum erwarten…
Vom FÖJ-Seminar ging es gestern (das war Freitag – habs jetzt erst reingestellt) direkt zum BUNDjugend Seminar nach Mühlhausen. Als es dann ans Abendessen geht fällt mir was ein: Aaaargh! Ich bin ja jetzt vegan! Nachdem ich die reichlich bestückten Käse und Wurstplatten an mir vorbei auf den Tisch wandern sehe, kriege ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Wie zum Teufel soll ich heute satt werden?
Als die Küchenchefin noch mal in die Runde fragt, ob es Leute mit „Laktose-Intoleranz oder solche Krankheiten“ gibt, werde ich immer kleiner und erwähne mit leiser, unterwürfiger Stimme (bei steigendem Erröten meines Gesichtes), ich sei „spontan am Mittwoch vegan geworden“. Ich beobachte ihren sich verändernden Gesichtsausdruck und füge schnell hinzu, dass ich ECHT keine Umstände machen möchte und auch einfach Brot essen kann und sonst mach ich halt mal ne Ausnahme…Jaja und natürlich macht das einen echt großen Aufwand extra was anderes zu kochen, für nur eine Person und man muss sich ja auch an den Kochplan halten…was sollte es morgen noch mal geben? Ach ja Lasange…Menno! Das ist so gemein!
Was ich daraus lerne: Bei Seminaren immer unbedingt vorher Bescheid sagen, dass man vegan isst und am Besten gleich selbst Essen mitnehmen.
Auch meine Motivation soll hier nicht auf der Strecke bleiben, also:
Warum ich den Selbstversuch mache:
Veganes Essen hat mich schon immer interessiert und ich habe noch eine Menge Fragen, die ich mir und euch im Laufe des Selbstprojekts beantworten möchte:
Welche Nährstoffe fehlen mir, wenn ich auf tierische Produkte verzichte und wie kann ich diese durch pflanzliche Nährstoffe ersetzen?
Wirkt sich eine vegane Ernährung positiv oder negativ auf meine Gesundheit aus?
Büße ich durch den Verzicht Lebensqualität ein oder gewinne ich dadurch sogar etwas?
Ich probiere es an mir selbst aus und werde euch darüber berichten!
Wie habe ich mich vorher ernährt:
Ich habe die letzten 4 Jahre fast vegetarisch gelebt – heißt: ich habe ca. 3 mal im Jahr ein Stück Biofleisch gegessen.
Ansonsten stehe ich total auf Käse und Joghurt – bin also echt gespannt wie das ohne Milch weiter geht!
Jetzt ist eine vegane Woche vorbei. Zeit zu beschreiben, warum ich mitmache!
Zunächst mal: schön das ihr auf dem Klimateam-Blog gelandet seid! Wo wir schon den Bezug haben: Klima und Ernährung…
Zu 18% stammen die klimaschädlichen Gase in der Atmosphäre aus der Landwirtschaft .
Hauptverantwortlich für diesen hohen Anteil ist die Viehwirtschaft und der Einsatz von synthetischen Stickstoffdüngern wie sie im konventionellen Landbau benutzt werden.
Durch eine vegane und ökologische Ernährung werden diese Emissionen vermieden und so kann jedeR zum Klimaschutz beitragen und muss nicht warten, bis sich z.B. die UNO dazu bequemt, das Problem des Klimawandels endlich anzupacken.
Unter vegan leben verstehe ich, dass man keine tierischen Produkte wie Eier oder Milch zu sich nimmt. Ich esse schon seit längerem größtenteils vegetarisch, weil die Fleischproduktion etwa siebenmal mehr Fläche als pflanzliche Lebensmittel beansprucht und ich das ziemlich kritisch sehe (s. Welthunger, Landverteilung).
Der Schritt zum Veganen ist eigentlich die Konsequenz aus meiner bisherigen Überzeugung Fleisch zu reduzieren. Nun bin ich gespannt, ob mir vegan Leben auch mit regionalen und saisonalen Bio-Lebensmitteln gelingt.
Hey Leute,
also bis jetzt find ich die vegane Zeit echt super!! Dadurch, dass ich am Anfang so Angst vor zu wenig Abwechslung und eintönigem Essen hatte, hab ich beim Einkaufen sehr darauf geachtet mir voll die Vielfalt zu gönnen!! Jetzt weiß ich immer gar nicht was ich als erstes essen soll:) - vor allem morgens beim Müsli zusammenstellen…
Außerdem probiere ich jetzt ständig neue Sachen aus. Heute habe ich z.B mit Judith 2 vegane Aufstriche gemacht. Tomatenaufstrich und Hummus! Super lecker sag ich euch… das Rezept dafür kommt morgen. Hier aber schon mal von 3 Leuten die Bewertung der Aufstriche in 3 Worten:)
Jakob: leicht zu machen
Max: mhhhmm lecker yammyamm
Christiane: einfach sakrisch guat – sie kommt aus Bayern:)
Letzte Woche bei einem gemeinsamen Früstück in der BUNDjugend
Bundesgeschäftsstelle erfuhren wir von der Idee dass Judith, Jakob und
Max sich während der Fastenzeit vegan ernähren werden. Wir, Eva, Nicole
und Dauko von der BUNDjugend Berlin, waren begeistert. Mit Butter, Käse
und Milch vollgestopften Mündern hatten auch wir uns entschieden die
kommenden Wochen ganz und gar auf vegane Kost umzusteigen! Jetzt wird
bei uns im Büro in Prenzlberg ausschliesslich vegan gekocht und auch die
Sojamilch im Kaffe ist jetzt Standard!
- Ahhh… in Doppelkeksen ist Milchpulver!!!
- Hafer-, Reis- und Soja- statt Kuhmilch
- Nee Jungs, Eier gibt’s keene!
Tofu in allen Geschmäckern
1.Tag:
Ich wache schon mit Sodbrennen auf, als hätte mein Körper schon gewusst, dass es ab jetzt hart wird. Bauchschmerzen haben ich auch. Mist.
Ich werde von Judith geweckt mit „Guten Morgen in deinem neuen veganen Leben!“ – ach scheiße, da war ja was! Vielleicht hab ich deshalb so schlecht geschlafen. Yasmin ruft von oben, dass sie gern meine Schokolade übernimmt. Oh das tut weh. Ich hatte mir ganz viel Süßes mitgenommen, was ich ab jetzt nicht mehr essen kann. Nicht mal die Müsliriegel kommen in Frage, da ist nämlich Honig drin.
Beim Frühstück bewahrheitet sich, was ich schon befürchtet hatte: Es gibt keine Sojamilch zum Kaffee. Dieser ist aber essentiell für mich, wenn ich den Tag überstehen will. Also hardcore – Kaffee schwarz. Nagut mit bisschen Zucker ist es erträglich… Während ich panisch nach veganen Brotaufstrichen auf dem Tisch suche, räkelt sich die Salami verführerisch direkt vor meinem Teller. Ich schau nach vorn und entdecke veganen Schokoaufstrich – oh mein Gott! Danke!
Ich bin gespannt, wie sich der Tag entwickelt und was es zum Mittagessen gibt.
Laura







